„Es ist vollbracht“ – Bachs Johannespassion als klingende Offenbarung der Souveränität Christi

Am Sonntag, 22. März um 17.00 Uhr erklingt in St. Nikolaus die Johannespassion von J.S. Bach, ein Werk von außergewöhnlicher theologischer Tiefe und musikalischer Radikalität. Der Kirchenchor St. Nikolaus widmet sich einer zentralen Passionsmusik, die nicht nur das Leiden, sondern die Souveränität Christi in ergreifende Klänge überträgt.

Im Gegensatz zu anderen Passionstexten lässt der Evangelist Johannes den leidenden Christus als bewusst handelnde, innerlich freie Gestalt erscheinen. Bach übersetzt diese theologische Perspektive in einen musikalischen Diskurs, in dem Chöre, Rezitative und Arien nicht nur Leid reflektieren, sondern den Weg Jesu als bewussten, heilsamen Vollzug darstellen. Musik wird hier zur Sprache des Glaubens, die Hören, Erleben und Fragen zugleich provoziert.

Der Bensberger Kirchenchor St. Nikolaus übernimmt eine doppelte Funktion: er verklanglicht die aufgebrachte Menge und reflektiert zugleich die inneren Regungen der Gemeinde – zwischen Zweifel und Vertrauen, Anklage und Hingabe. In der dichten Klangwelt der Bach-Passion wird die Aufforderung hörbar, sich selbst in den ergriffenen Raum von Wahrheit, Urteil und Erlösung hineinnehmen zu lassen.

Unter der Leitung von Martin Meyer gestaltet der oratorische Chor von ca. 75 Stimmen gemeinsam mit dem lokalen Ensemble Capella Montana (auf historischen Instrumenten) dieses geistliche Musikereignis. Die fünf Solopartien singen junge, hochkarätige Gesangskünstler:innen, die mit engagiertem Zugang den narrativen und affektgeladenen Charakter des Werks tragen.

Es stecken viele Wochen der Vorbereitung in dieser Aufführung. „Es hat einen hohen Wert, diese Geschichte von Mit- und Unmenschlichkeit einzustudieren.“, sagt der Dirigent, der seit 2024 in Bensberg eine Schwerpunktstelle für Kirchenmusik innehat. „Unter dem großen Bogen von Aggression, Selbstzweifel und dem Wunsch nach Vergebung können wir uns auch im Jahr 2026 in dieser monumentalen Musik selbst mit alle unseren Fragen begegnen.“

Die Zahl der Presseinformation kirchlichen Chorensembles in den Gemeinden, die das Werk aufführen können nehme zudem derzeit ab. Die Passionsoratorien verlagern sich ins professionelle Musikgeschehen, also in die Konzertsäle. Dabei habe Bach diese Musik für den Raum der Kirche geschrieben. „Wir dürfen Bachs Musik damit den Kontext geben, den der Komponist im Sinn und im Herz hatte.“

Solist:innen
• Linda Bennett – Sopran
• Milena Haunhorst – Alt
• George Clark – Bass (Pilatus)
• Fabian Hemmelmann – Jesus
• Jakob Kleinschrot – Evangelist

Karten sind zum Preis von 25 Euro, ermäßigt 18 Euro, erhältlich; Kinder bis 12 Jahre haben freien Eintritt. Vorverkauf (Barkasse) über das Pastoralbüro Bensberg, die Buchhandlung Funk sowie Zeilenreich.