100 Jahre Kardinal-Schulte-Haus – Tradition, Bildung und Gastfreundschaft seit 1926 – Grundsteinlegung am 29. Juni 1926 durch den Apostolischen Nuntius Eugenio Pacelli, den späteren Papst Pius XII.

Das Kardinal-Schulte-Haus in Bensberg blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Errichtet wurde das Gebäude zwischen 1926 und 1929 als Priesterseminar des Erzbistums Köln. Bauherr war der damalige Erzbischof von Köln, Karl Joseph Kardinal Schulte. Die Pläne stammen vom Architekten Bernhard Rotterdam. Einen besonderen historischen Akzent setzte die Grundsteinlegung am 29. Juni 1926 durch den Apostolischen Nuntius Eugenio Pacelli, der später als Papst Pius XII. in die Geschichte einging.

Mit der Eröffnung im Jahr 1929 zog das Priesterseminar von Köln nach Bensberg um und nahm dort seinen Lehrbetrieb auf. Erster Regens des Seminars wurde Hermann Josef Hecker, der zuvor als Pfarrer in Bensberg tätig war. Die Entwicklung des Hauses wurde jedoch schon bald durch die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs geprägt. Nach Kriegsbeginn diente das Gebäude zunächst als Reservelazarett. Die Seminaristen verlegten ihre Ausbildung vorübergehend nach Haus Altenberg.

1941 wurde das Haus von der Gestapo beschlagnahmt, sodass die Seminaristen Bensberg erneut verlassen mussten. Ab 1944 wurde das Kardinal-Schulte-Haus als Wehrmachtslazarett genutzt, bevor es nach Kriegsende bis 1948 als Lazarett verschiedener alliierter Streitkräfte diente.

Erst am 27. April 1948 kehrte das Priesterseminar nach Bensberg zurück. Bis zum Umzug in einen Neubau nach Köln im Jahr 1958 blieb das Haus Ausbildungsstätte für den theologischen Nachwuchs. Anschließend fanden hier sowohl die Thomas-Morus-Akademie als auch ein Altenpflegeheim ihre Heimat.

Ein schwerer Einschnitt in der Geschichte des Hauses war der Brand vom 21. Februar 1980. Das Feuer verursachte erhebliche Schäden am Gebäude und kostete zwei Feuerwehrmännern aus Bensberg das Leben. In der Folge musste die Nutzung des Hauses vorübergehend eingestellt werden.

1984 entschloss sich das Erzbistum Köln zu einer umfassenden Sanierung. Nach Abschluss der Renovierungsarbeiten im Jahr 1988 wurde das Gebäude zunächst als Ausweichquartier für die Theologiestudierenden des Collegium Albertinum in Bonn genutzt.

Seit dem 1. Oktober 1989 dient das Kardinal-Schulte-Haus als Tagungszentrum des Erzbistums Köln. Heute steht es kirchlichen, sozialen und gesellschaftlichen Gruppen sowie zahlreichen Veranstaltern als Ort der Begegnung, Bildung und des Austauschs zur Verfügung. Auch die Thomas-Morus-Akademie hat hier wieder ihren Sitz und führt einen Großteil ihrer Veranstaltungen im Haus durch.

Mit seiner Verbindung aus historischer Bedeutung, geistlicher Tradition und moderner Tagungskultur ist das Kardinal-Schulte-Haus bis heute ein wichtiger Ort für Begegnung, Bildung und Gastfreundschaft im Bergischen Land.

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