Mit Herzklopfen am Altar

Am Sonntag wurden in St. Nikolaus 12 neue Ministrantinnen und Ministranten eingeführt

Andächtig führen die vier Mädchen und acht Jungen direkt hinter dem Vortragekreuz die feierliche Prozession der vielen Messdienerinnen und Messdiener an. Zum ersten Mal kommt es nun auf sie an. Denn für den Ablauf der heiligen Messe übernehmen sie an diesem Sonntagmorgen zentrale Aufgaben: den Buchdienst, den Dienst mit den Flambeaus am Ambo, den der Gabenbereitung und schließlich den mit den Schellen während der Wandlung. Von nun an gehören insgesamt 13 Kommunionkinder des Jahrgangs 2018 – ein Junge konnte krankheitsbedingt an der Feier nicht teilnehmen – zu den insgesamt etwa 80 Messdienerinnen und Messdienern von St. Nikolaus.

„Heute ist Euer großer Tag. Denn heute versprecht Ihr, Euren Dienst am Altar immer gewissenhaft und ehrfürchtig zu versehen und Euch Gott anzuvertrauen. Es gibt nichts Schöneres, als Jesus ganz nahe zu sein“, begrüßte Pfarrer Andreas Süß die Neun- und Zehnjährigen bei ihrer offiziellen Einführung. Diese Nähe sei nicht selbstverständlich – eher eine Gnade, sagte er. Natürlich gehöre dazu auch ein wenig Aufregung – und bestimmt auch ein klopfendes Herz, wandte er sich augenzwinkernd an den Messdienernachwuchs und fügte hinzu: „Ich hoffe, dass Ihr an einem solchen besonderen Tag aber auch spürt, dass die ganze Gemeinde hinter Euch steht und Ihr in Vertretung für sie diese Aufgaben in der Liturgie übernehmt – zum Beispiel, wenn Ihr die Gaben zum Altar tragt.“

In seiner Katechese stellte Pfarrer Süß dann die Zusage Jesu heraus: Ich bin immer für dich da – auch wenn du krank bist, es dir schlecht geht oder manches für dich nur schwer zu ertragen ist. Außerdem erzählte er den neuen Messdienern vom Heiligen Tarzisius, dem Schutzpatron aller Ministranten, den er ihnen als leuchtendes Vorbild zur Seite stellte. Tarzisius war der Legende nach ein römischer Junge, der in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts zur damals verfolgten christlichen Gemeinde in Rom gehörte und dem Priester in der Seelsorge half. Als er einmal mit der Krankenkommunion unterwegs gewesen und wegen dieses Dienstes angepöbelt worden sei, habe er sich in seinem Bekenntnis zu seiner religiösen Überzeugung nicht beirren lassen und geantwortet: Ich passe auf das Wertvollste auf, das ich habe, den Leib und das Blut Christi. Die heidnischen Jugendlichen aber, die ihm den Weg verstellten, forderten ihn auf zu zeigen, was er unter dem Gewand bei sich trug. Er weigerte sich; die Horde wollte ihn zwingen und schlug ihn schließlich tot. Seitdem wird Tarzisius als Märtyrer verehrt.

Bevor die Messdienerleiter Nicole Cherepinski, Iris Weichert, Aurelius Gatzweiler, Frederik Hagemann und Magnus Sydow ihren Schützlingen dann eine Plakette mit dem Heiligen Tarzisius umlegten, betonte Süß abschließend, dass jeder in der Nachfolge Jesu mit seinen besonderen Fähigkeiten und Gaben gebraucht werde. Neben dem liturgischen Dienst – das unterstrich er ebenfalls – gibt es bei den Bensberger Messdienern aber in den wöchentlichen Gruppenstunden immer auch viel Spaß zu erleben. Darüber hinaus entwickeln die Messdienerleiter im Verlauf eines jeden Jahres ein attraktives und abwechslungsreiches Programm, das sie von nun an auch den Neuen bieten wollen.

Text und Fotos – Beatrice Tomasetti