„Ein Hörender geblieben“ – Goldenes Priesterjubiläum von Msgr. Börsch

An Mariä Lichtmess vor 50 Jahren, dem 2. Februar 1971, wurde Monsignore Johannes Börsch von Joseph Kardinal Höffner im Kölner Dom zum Priester geweiht. Unter großer Anteilnahme der Gemeinde – und mit Berücksichtigung aller Coronaschutzauflagen – feierte der langjährige Pfarrer von Altenberg nun am Tag seines Goldenen Priesterjubiläums eine schlichte, aber dennoch von allen hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern liebevoll und vor allem musikalisch sehr festlich gestaltete Abendmesse in seiner neuen Bensberger Heimatpfarrei St. Nikolaus. Den Einzug der kleinen Prozession säumten – passend zum kirchlichen Festtag – große brennende Kerzen auf jeder Kirchenbank. Zur Mitfeier der Eucharistie waren Familienangehörige, langjährige Weggefährten aus Nah und Fern und sogar Dommessdiener aus Altenberg gekommen.

In seiner Begrüßung zu Beginn des Gottesdienstes würdigte Pfarrer Andreas Süß den Mitbruder, der seit September 2019 unweit der Pfarrkirche in der Schlossstraße wohnt, mit herzlichen Worten. „Deine Berufung, deren prägende Kraft und langen Atem wir froh und dankbar heute mit Dir bedenken, war die zum Pastor, zum Hirtendienst. Dein Herz, das Herz eines Menschen aus Fleisch und Blut, schlug für die Mitmenschen aus Fleisch und Blut, deren Sehnsüchte und Hoffnungen, aber auch deren Leiden und innere Abgründe. Für diese Menschen da zu sein in Begegnung und lebendiger Beziehung, in ihrer Mitte zu sein und mit ihnen Kirche, Gemeinde aufzubauen als lebendiges Gottesvolk – das war Dein Thema, das war Dein Selbstverständnis als Priester“, sagte er wörtlich in einer kurzen Ansprache. „Du bist in Deinem Leben immer ein Hörender auf den Ruf Gottes geblieben. Wir sind sehr froh, Dich in Deinem Unruhestand hier wieder in Deiner Heimatgemeinde St. Nikolaus und St. Joseph zu haben und danken Dir sehr herzlich für Deinen Dienst an Gott und den Menschen als Priester, Mitbruder und Christ.“

Auch persönliche Erinnerungen verbinden Pfarrer Süß mit dem heutigen Subsidiar der Pfarreiengemeinschaft Bensberg-Moitzfeld. Schon als Jugendlicher, wenn er am 1. Mai zur Aussendung des Altenberger Lichts in den Altenberger Dom gekommen sei, habe er stets etwas von der Leidenschaft Börschs gespürt, mit der dieser seinen Dienst ausgeübt habe und die ihn bis heute jung halte, so Süß. Pfarrer Börsch habe seine Berufung authentisch gelebt als eine Aufgabe, die seinem Leben Sinn gegeben und den guten Absichten Gottes entsprochen habe. „Das Entdecken der eigenen Berufung hat etwas von der Gestalt des Simeon an sich, der sich da wiederfindet mit einem Kind in den Armen; einem Kind, in dem er das Licht entdeckt“, spannte Süß den Bogen zum Tagesevangelium. „Der Greis mit dem Kind auf dem Arm, der Alte, der im wortwörtlichen Sinn als „Hoffnungsträger“ dasteht – er ist die markante Figur des heutigen Festes.“

Wörtlich fuhr er dem Jubilar zugewandt fort: „Seit 50 Jahren ist die Gestalt des greisen Simeon mit Deinem Weihetag verknüpft, und seit noch mehr Jahren begleitet Dich sein geisterfüllter Lobpreis in der Komplet, dem Nachtgebet der Kirche, und damit sein Bekenntnis, er habe das Heil geschaut, das Licht, das die Menschheit erleuchtet.“ Das sei – wie es oft auch für die eigene Berufung gelte – die Geschichte von der Erfüllung einer Sehnsucht. „Wer seine Berufung entdeckt hat, kann nicht darauf zählen, dass ihm diese Berufung gleichsam unangefochtener Besitz bleibt. Wir Menschen verändern uns, unser gesellschaftliches Umfeld verändert sich, auch die Kirche verändert sich – und solche Veränderungen nehmen bisweilen dramatische Formen an“, erklärte Süß. „Die Treue zur eigenen Berufung, auch unter veränderten Rahmenbedingungen, ist ein schwieriges und manchmal auch sehr schmerzliches Thema. Und wer in der Rückschau feststellen kann, dass sich seine Berufung als tragfähig erwiesen hat, wird sich hüten, das nur als eigenen Verdienst zu verbuchen.“

Am kommenden Sonntag feiert Msgr. Börsch in seiner Moitzfelder Primizkirche St. Joseph um 10 Uhr die Heilige Messe. Zur Mitfeier ist die Gemeinde wieder herzlich eingeladen!

Text und Fotos – Beatrice Tomasetti