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Das Requiem von Verdi mit dem Kirchenchor St. Nikolaus

Aufführung der großen Totenmesse am 22. November in der Kölner Musikhochschule

Die „Messa da Requiem“ von Giuseppe Verdi zählt zu den monumentalsten Werken der Oratorien- und Chorliteratur. Am Sonntag, dem 22. November, wird der Kirchenchor von St. Nikolaus, Bensberg, gemeinsam mit dem Mozart-Chor Remscheid, dem Russischen Staatsorchester Kaliningrad sowie internationalen Gesangssolisten das Requiem um 17 Uhr im Konzertsaal der Musikhochschule Köln aufführen. Eintrittskarten zum Preis von 25 Euro (Schüler und Studenten 15 Euro) sind bei den Kölner Theaterkassen Kaufhof und Neumarkt, beim Bergischen Löwen, bei der Buchhandlung Funk in Bensberg, dem Pfarrbüro St. Nikolaus und bei den Chormitgliedern erhältlich.

Die Keimzelle des Requiems bildet das „Libera me“, das Verdi als seinen Beitrag zu einer Totenmesse für Gioacchino Rossini, der 1868 starb, komponierte. Das Vorhaben, an dem zwölf weitere Komponisten beteiligt waren, scheiterte aber an bürokratischen Hindernissen. Einige Jahre später war es Verdi offensichtlich eine Herzensangelegenheit, den italienischen Nationaldichter Alessandro Manzoni mit einer Requiemvertonung zu ehren. Die Uraufführung mit dem überarbeiteten „Libera me“ fand dann genau ein Jahr nach Manzonis Tod am 22. Mai 1874 unter Leitung des Komponisten im Mailänder Dom statt. Auch bei diesem Anlass war auf Vorschriften – diesmal seitens des Erzbistums – Rücksicht zu nehmen: So wurde – um dem Charakter einer Konzertaufführung entgegenzuwirken – während der Aufführung eine stille Messe zelebriert, und die Frauenstimmen des Chores hatten verschleiert hinter einem Gitter Aufstellung zu nehmen, da die Mitwirkung von Frauen innerhalb des römischen Ritus eigentlich nicht gestattet war.

Die „Messa da Requiem“ stieß vor allem nördlich der Alpen nicht auf ungeteilte Zustimmung. Verdis „größte Oper“ – diesen Namen gab der irische Musikkritiker George Bernard Shaw diesem geistlichen Chorwerk – oder „Oper im Kirchengewande“ – als solche bezeichnete sie Hans von Bülow –  lauteten zwei der abwertenden Kommentare der Zeitgenossen. Dabei ging es Verdi sehr wohl um die Abgrenzung von der Opernbühne, wenn er bemerkt, „dass diese Messe nicht so gesungen werden darf, wie man eine Oper singt…“ Unter den sieben Abschnitten der „Messa da Requiem“ tragen vor allem der zweite, das „Dies irae“, und der siebte, das „Libera me“, hochdramatische Züge. Die in beiden Sätzen wiederkehrenden markanten „Dies irae“- Schreie rufen die Schreckensbilder des Jüngsten Gerichts hervor und konfrontieren den Menschen mit seinem unausweichlichen persönlichen Todesschicksal. Mit der Bitte um persönliche Befreiung von Schuld und Verdammnis im „Libera me“ schließt das grandiose Werk.

Infoflyer „Requiem Verdi“ [1]

Text – Ludwig Goßner